BFE goes China: Chance auf fruchtbare Kooperationen

Die neunköpfige Delegation unter der Leitung von Oberbürgermeister Jürgen Krogmann.

Die Lernsoftware des Bundestechnologiezentrums wird künftig an einer chinesischen Berufsschule in Qingdao eingesetzt.

Bis die 23 Titel aus dem Bereich der Elektrotechnik ins Chinesische übersetzt worden sind, werden sie in deutscher Sprache verwendet. Die chinesischen Schüler sollen damit neben der Elektrotechnik, technisches Deutsch erlernen.
Die Verträge haben Thorsten Janßen und Xiuguang Cui, Schulleiter der Deutsch-Chinesischen Berufsschule Westküste Qingdao, bei der jüngsten China-Reise der Stadt Oldenburg in Qingdao unterzeichnet. Janßen war im April als Mitglied einer neunköpfigen Delegation mit Vertretern aus Verwaltung, Politik und Wirtschaft für sieben Tage in die Oldenburger Partnerstädte Xi’an und Qingdao gereist.

„Chinesische Berufsschulen sind mit unseren nicht zu vergleichen. Lernen hat dort viel mit harter Disziplin, reiner Theorie, starkem Leistungsdruck und unkritischem Auswendiglernen zu tun“, so Janßen, „Unsere Definition von Lernen unterscheidet sich stark. Wir versuchen Interesse zu wecken, gehen auf den Lernenden zu, versuchen Inhalte leicht verständlich mit viel Praxis und Interaktion aufzubereiten. – Diesen Grundsätzen folgt auch unsere Lernsoftware. Für unsere chinesischen Kollegen hat die Entscheidung für unsere Lernmaterialien also auch bedeutet, sich auf einen neuen pädagogischen Ansatz einzulassen. Ein großer Schritt!“ So hatte der Entscheidungsprozess auch einige Zeit in Anspruch genommen: Vom Erstinteresse bis zum aktuellen Vertragsabschluss waren drei Jahre vergangen.

Das chinesische Übersetzungsprojekt hat indes bereits einen Vorreiter: 2012 wurden die ersten Lerneinheiten des BFE-Klassikers „Grundlagen der Elektrotechnik“ gemeinsam mit einer südafrikanischen Berufsschule ins Englische übertragen. Die Schule liegt in einer der wirtschaftlich schwächsten Regionen Südafrikas, der Region Eastern Cape, East London. „Der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften ist hoch, die neue Software war daher hoch willkommen“, so Janßen, „es freut uns sehr, dass die deutschen Lernmaterialien am anderen Ende der Welt genauso gut funktionieren wie bei uns.“
2017 begann dann versuchsweise die Übersetzung ins Chinesische: Ein erstes Lernmodul wurde im Rahmen des dreimonatigen Pilotprojektes TransLearn an der technischen Berufsschule in Quindao übersetzt, von 90 Schülern getestet und für gut befunden.

Neben dem wirtschaftlichen Aspekt geht es dem BFE bei seinen internationalen Übersetzungen um einen ideellen Wert: die Welt besser machen. „Die deutsche Meisterausbildung hat wie kaum eine andere Ausbildung eine lange, ausgereifte Kultur in Sachen Wissenstransfer – und wird überall für ihre hohe Qualität geschätzt“, so Janßen, „und wir – als älteste Meisterschule für das Elektrohandwerk in Deutschland – haben ganz automatisch die Maxime aus der Meisterausbildung auf unser digitales Lernen übertragen. Die globale Digitalisierung ermöglicht es uns nun, diese Grundsätze über unsere Lernsoftware zu verbreiten und damit Bildungswege in anderen Teilen der Welt zu verändern.“

 

 

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